Dienstag, 9. September 2014

-10- Glück der Welt




Ich falle aus dem Leben,

weil niemand da ist, der mich hält,

weil es niemanden gibt,

der mir vom Glück erzählt.


Vom Glück da draussen weit,

weit weg von mir entfernt,

es gibt niemanden mehr,

der mit mir Lachen lernt.


Niemand da für mich,

in einer Welt voll Schmerz und Leid,

verdammt muss ich sein,

mit dieser Einsamkeit.


Doch Hoffnung heg ich immer noch,

vielleicht noch viel zu viel,

vielleicht zieh ich die falschen Karten,

in dem perfiden Spiel.


Ich trete ständig auf der Stelle 

und lerne nichts dabei,

dabei will ich doch nach vorn,

nur glücklich sein und frei. 


Vielleicht mal eines Tages,

wenn das Märchen Leben will,

werde ich der Hoffnung danken,

dass sie nicht sterben will.


Dann hab ich es gefunden,

das Glück in dieser Welt,

dann war’s das Warten wert, 

wenn mir das Leben dann gefällt.





06.09.14

Sarah Jordan

Freitag, 22. August 2014

-9- Leben und Sterben auf San Chotic


Ich ergreife diesen Augenblick der Fertigstellung des ersten professionellen Exemplars meiner Insel San Chotic, um euch diese kleine Welt ein wenig näherzubringen.


San Chotic entstand damals im Herbst 2009, kurz bevor mein komplettes Leben endgültig aus den Fugen geriet. Die Schulzeit war damals inspirierend wie eh und je, vor allem, durch meine ehemalige Banknachbarin und sehr gute Freundin, die sich ebenfalls schon seit sehr langer Zeit mit dem Schreiben beschäftigt. Ob die Insel letztendlich in einer Englischstunde oder Deutschstunde oder während einem anderen Fach entstand, ist mir heute nicht mehr bekannt und ohnehin seit dem Zeitpunkt irrelevant, als mir der Name San Chotic in den Kopf kam. 
Kurz darauf entstand bereits der erste Entwurf. Einfach und knapp hingesaut, die ersten Ortsnamen wurden eingetragen und mit groben Linien voneinander abgegrenzt. 
Auch war San Chotic ursprünglich eine Insel voller Legenden, Legenden, die sich wie ein dunkler Schleier über diese Insel zogen. Auch heute, fast fünf Jahre später, gibt es immer noch zumindest einen Teil der Insel, der sich in einem düsteren Bereich bewegt, mit Geschichten umwoben, welche bisher ungeklärt blieben und als Gruselgeschichten für die Kinder dienen, die auf dieser Insel einen Platz finden. 
In den letzten Jahren hat San Chotic immer wieder ein paar neue Feinschliffe erhalten und hier und da wurde etwas hinzugefügt, verändert oder entfernt. 
Das hier - entstanden am heutigen Tage, dem 22.08.2014 - ist die erste professionelle Version, an der ich fast drei Stunden herumgewerkelt habe, bis alles genau so war, wie ich es mir vorstelle. 

San Chotic besteht aus fünf Bezirken: 
El Devizio ist der wärmste Bezirk der Insel, es ist dort sehr trocken, sandig und es gibt viele Berge. Vielleicht ist dieser Bereich entstanden, weil ich so eine Liebe für Texas und Cowboys und Sonne empfinde. Irgendwie erinnert mich das Ganze etwas an Shang-High-Noon, ein Film, der mir schon immer sehr viel Freude bereitet hat.

Eporya gleicht Californien, oder ähnlichen Orten der USA, die an der Küste liegen. Viele meiner Charaktere haben das Meer praktisch vor der Haustür und genießen ein wunderbares Leben in der Sonne und gut betuchten Vierteln und Wohnorten. Hier zu leben muss man sich leisten können. Diese Ortschaften sind für mich immer eine sehr beliebte Wahl, weil ich es einfach liebe auf der Sonnenseite des Lebens zu sein, gerade wenn das meist nur durch meine Geschichten funktioniert, die ich schreibe.

Dilorna ist ein Bezirk, der viel aus Wäldern und Wiesen und einem sehr großen See besteht, aus dem auch ein Fluss entsprungen ist, der aber nicht bis ins Meer reicht, sondern vorher endet. Im Grunde ist es also eher eine Art Quelle oder Bach - wie auch immer nun die richtige Bezeichnung für etwas wäre, das ich mir erfunden habe. (;

Contaria ist der Bezirk, der im Grunde Deutschland, England, Paris und diesen ganzen uns bekannten Ländern am Ähnlichsten ist. Es gibt ganz schlichte, gewöhnliche Städte und zwischen ein paar Verrückten und noch unbekannten Menschen, einfach ganz normale Leute.

Toherra ist der Bezirk, der mir neben El Devizio am liebsten ist. Er verkörpert all die düsteren Dinge, die ich so liebe und in einigen Geschichten unbedingt unterbringen muss und möchte. Die Klippen am Meer sind dort nicht braun und sonnig, sondern schwarz und neblig und die Wellen sehen viel bedrohlicher aus, wie das ganze Allgemeinbild dieser Umgebung auch. Hier spielen zukünftig auch einige meiner Fantasygeschichten, vielleicht sogar eine Art Dystopie und vieles, was einfach einen Hauch Grusel beinhalten wird.

Das Leben auf dieser Insel ist - wenn es in den jeweiligen Geschichten nicht anders erwähnt wird - nicht viel anders, als unseres hier. Im Grunde gelten die Gesetze von Deutschland, mit denen ich eben aufgewachsen bin. Da die Insel aber letztendlich verborgen von unseren Augen im Pazifik liegt, ist es meistens der Fall, dass ich auf vieles Amerikanische zurückgreife. Da San Chotic aber nun mal eigenstehend ist und mir - wie jedem Autor eben - in der eigenen Fantastik keine Grenzen gesetzt sind, lege ich mich da letztendlich auf nichts Genaues fest, solange aber die Allgemeinheiten stimmen, die uns alle durch das Leben begleiten. Die heutige Zeit, das heutige Leben, die heutigen Gesetze.

Ich hoffe, der kleine Einblick in San Chotic hat euch gefallen und wird euch zukünftig ein wenig Freude bereiten, wenn ihr die Reisen oder die Aufenthalte meiner Charaktere durch diese Karte ein wenig verfolgen könnt. Lasst euch in diese Welt entführen, so wie ich es seit jeher tue. (:




Sarah Jordan

Donnerstag, 21. August 2014

-8- Fantastische Gitterstäbe

D. Sharon Pruitt, Beach Reflection in Blue, Quelle: piqs.de


Es gibt Momente, in denen schreibt man. Und es gibt Momente, in denen lebt man das, was man schreibt. Dieser Roman, der bald in die Welt gelassen wird, hat mich mit jeder geschrieben Zeile immer weiter von der Realität entfernt. 
Wenn ich mit dem Schreiben aufhören musste, weil das Leben noch aus gewissen anderen Dingen besteht, fühlte ich mich unruhig, irgendwie einsam, so als würde ein Teil von mir abwesend sein. Es war ein ähnliches Gefühl wie Liebeskummer. Man weiß, dass das, was man haben will, irgendwo ist, man kann aber gerade nicht darauf zugreifen. 
Meine Charaktere in dieser Geschichte sind für mich so echt, dass ich mich nicht bloß bei ihnen zuhause fühle, sondern eher so, als würde mich eine übernatürliche Kraft mit dem Lesen der von mir geschriebenen Worte einsaugen. Ich habe keine Chance mehr zu entkommen. 
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes für mich und seitdem es fertiggeschrieben ist, habe ich zu keinem anderen Manuskript mehr Zugang gefunden, obwohl ich so einige Handlungen auf meinem Computer herumfliegen habe. Nichts erscheint mir richtig, nichts erscheint mir gut genug. Ich will einfach immer wieder zurück. Zurück zu diesem einen Buch. 
Wie wird es weitergehen, wenn ich die letzte Überarbeitung abschließe? Wie wird es sich anfühlen, meine Charaktere - meine Freunde - zurücklassen muss, um die Geschichten der anderen Bewohner meiner Insel niederzuschreiben. 
Es wird ein Abschied, der ähnlich schwer für mich sein wird, wie der von meinem Erstlingswerk 'Melancholie', das bald beim Traumstunden Verlag ins Lektorat gehen soll. 
Es ist immer wieder faszinierend, wie man sich an etwas klammern kann, das es gar nicht wirklich gibt. Spannend zu sehen, wie intensiv die menschliche Fantasie ist, wie ausgebreitet, wie mächtig sie ist.
Erschreckend, was sie anstellen kann und wie unfassbar schön, dass es sie gibt. 




Sarah Jordan







Montag, 11. August 2014

-7- Freiheitstribute


Wir wissen zwar alle, wie man das Wort Freiheit definiert, aber was es wirklich bedeutet frei zu sein, das erkennen nur wenige von uns. Ich habe gelernt, dass es heißt frei zu sein, wenn man tut, was man will, mit den Menschen, mit denen man möchte und an den Orten, die man sich aussucht. Man ist frei, wenn man voll und ganz man selbst sein kann und Weggefährten hat, die einen genauso akzeptieren. 
Viele Menschen kämpfen ihr Leben lang darum, akzeptiert zu werden, anstatt sich einfach Freunde zu suchen, die dies von sich aus tun. Frei sein heißt, sich nicht zu verstellen - weder für sich noch für die anderen. Freiheit bedeutet, sich nicht um gestern oder morgen zu kümmern, sondern jetzt zu leben und den Moment zu genießen. Jeder Versuchung nachzugeben und nichts zu bereuen, was einen einst glücklich gemacht hat. Frei zu sein ist etwas Wunderbares. Aber genauso schmerzhaft kann es auch sein. 

Niemand hat je behauptet, dass Freiheit nicht auch seinen Preis hat.

[Sommerregen, Act 2, Sarah Jordan]




Sarah Jordan


Montag, 4. August 2014

-6- Bittersüßer Tod


Des Todes bittersüßes Lächeln, eine umhüllende Symphonie. Wir hören alle den Klang von Zeit zu Zeit, sein Singen, sein Flüstern, welches uns auf Abwege führt. Einfach mal faul sein, einfach mal nichts tun - wie verführerisch das klingt. Doch sieht der Wenigste nur im Spiegel, dass der Tod ihm dabei den Kopf streichelt. Nichts tun heißt Stillstand und Stillstand heißt sterben. Der Tod ist immer in der Nähe und summt seine Melodie, die in unseren Köpfen so betörend klingt. 
Einfach vergessen, einfach nicht nachdenken, wie leicht es klingt und manchmal auch ist - doch die Folgen bedenkt man nicht. Vergessen heißt sein Leben leugnen, vergessen heißt sterben. Stück für Stück, von Zeit zu Zeit. Wir wollen vergessen, aber sterben wollen wir nicht.
Wie nah diese Dinge beieinander liegen, wie nah des Todes weiche Finger sind, wie sie uns streicheln Nacht für Nacht, Morgen für Morgen und Tag für Tag. 
Wir greifen immer wieder nach seinen Fingern, doch packt er uns nicht bei der Hand. Rechtzeitig werden wir wach und tun etwas - wir denken, wir arbeiten, wir leben. Doch je öfter wir der süßen Stimme folgen, desto näher kommen wir seiner Gestalt. Leben wir, so viel wir können. Denken wir, so oft wir Zeit finden und tun wir etwas, solange uns Zeit bleibt. Der Tod ist immer da, immer in der Nähe. Er beobachtet einen jeden von uns. Und er ist bereit zuzupacken. 



Sarah Jordan



Samstag, 12. Juli 2014

-5- Träume sind die beste Inspiration

Der Traum ist der beste Beweis dafür, dass wir nicht so fest in unsere Haut eingeschlossen sind, wie es scheint. 


[Friedrich Hebbel]



Die besten Ideen kommen mir, während ich schlafe. Das ist eine Sache, die mich schon sehr lange fasziniert. Ich träumte schon immer sehr lebhaft und realistisch, sodass ich mich sogar an Träume erinnern kann, die ich vor zehn Jahren einst einmal hatte. Seit ungefähr vier Jahren führe ich auch ein Traumtagebuch, welches ich aber recht unregelmäßig führe und öfters mal für ein paar Wochen oder gar Monate ruhen lasse. Jedoch gehen die besten Träume nicht verloren, da ich sie einfach sofort zu Geschichten verstricke. 
Die vorletzte Nacht war wieder unglaublich inspirierend und der Traum so kurios, dass ich sogleich eine Datei dafür erstellt habe, um zukünftig daraus eine Geschichte zu stricken. Worum es ging, kann ich hier natürlich nicht verraten, aber ich kann euch so viel sagen, dass meine Träume meine beste Inspirationsquelle sind.
Ich bin selbst oft so perplex wegen ihnen und frage mich jedes Mal, woher mein Kopf diese Dinge nimmt und wie er sie bildet, ohne dass man dazu jeglichen Zusammenhang zu meinem Leben oder meinem Unterbewusstsein ziehen könnte. Was geht in den Tiefen unseres Gehirns vor? Das ist eine Frage, die ich nur allzu gern beantwortet hätte. Bloß, wenn ich es wüsste, würde ich dann irgendetwas damit zerstören? Würde ich meine Fantasie mit diesem Wissen ausbremsen?
Träume sind schlichtweg etwas ganz Besonderes - egal ob die bewussten, die wir uns tagsüber im Wachzustand ausmalen, oder die unbewussten, die uns durch die Nächte begleiten und uns ebenfalls ganz tolle Abenteuer bescheren können. Leider dauern sie oftmals nur viel zu kurz an. Aber intensiv sind sie trotzdem. 
Ich habe schon von allem Möglichen geträumt. Es gab Entführungen, es gab eine Flucht, es gab mörderische Träume, skurrile, romantische, erotische, traurige und spannende. Von allem ist etwas dabei und für mich ist schlafen daher eine sehr schöne und nützliche Beschäftigung. An den meisten Tagen freue ich mich auf das Schlafen gehen, weil ich weiß, dass dann wieder etwas Tolles passieren wird. Oftmals sind meine Träume spannender als alles andere und wenn das ganze letztendlich auch noch nützlich für meine Geschichten ist, ist es definitiv schon ein sinnvolles Hobby geworden. Natürlich keines, das ich zu anderen Zeiten als zu der üblichen ausüben würde, aber eines, das absolut Freude bereiten kann.
Träumt ihr auch so lebhaft, seit ihr auch so fantasievoll und blüht euer Unterbewusstsein nachts erst so richtig auf? Wenn ja, erzählt mir davon. Alles, was das Thema Träume betrifft, finde ich immer äußerst spannend. (: 



Sarah Jordan

Mittwoch, 18. Juni 2014

-4- Wenn eine Romanfigur mit dir Schluss macht

Du merkst schon, dass etwas nicht zwischen euch stimmt, wenn du die Hälfte des Buches erreicht hast?
Das liegt dann wohl daran, dass du deine lieb gewonnenen Charaktere bald verlassen musst.


Es ist nie einfach ein Projekt zu beenden. Aber wenn man sich als Autor wirklich so intensiv mit den Charakteren identifizieren kann, dass sie einem wirklich ans Herz wachsen, dann wird das Ende umso bitterer. Ich spüre es jetzt schon und bin gerade mal über die Hälfte des Romanes hinaus. 
Mein derzeitiger männlicher Hauptcharakter Jayden Andrews ist wirklich jemand, der mein Herz im Sturm erobern konnte. Er hat Eigenschaften an sich, die ich an einem Mann sehr schätze und er hat Augen, die einen zerschmelzen lassen. Aber er ist genau wie jeder andere Mensch nicht perfekt und er ist auch dementsprechend bereit, mir den Laufpass zu geben, wenn seine Geschichte mit Alara Hardin zu Ende erzählt sein wird.
Ich muss damit klar kommen, oder? Ich habe eigentlich keine andere Wahl. Ich könnte mir natürlich noch Stoff für eine Fortsetzung zusammenspinnen und die Geschichte ewig weiterdichten, aber wenn Jayden nicht sagt, dass er das möchte, dann ist jemand anderes an der Reihe und das muss ich dann akzeptieren. 
Ich glaube, diese Kommunikation mit imaginären Menschen, können nur andere Autoren wirklich gut nachvollziehen. Aber auch manchen Lesern geht es so, dass manche Charaktere beim Lesen von guten Romanen zum Leben erwachen. Doch verpuffen sie mit der letzten Seite und verschwinden. Manchmal fühlt man sich für einen Moment einsam und allein und als Autor legt die Psyche noch eine Schippe drauf und man fühlt sich, als hätte man tatsächlich einem lieben Menschen Lebewohl gesagt.

Noch darf ich die Zeit mit Alara und Jayden genießen und ihr könnt euch auf eine neue Geschichte von mir freuen, die länger sein wird, als meine Erstveröffentlichung. Vor allem aber wird sie auch schöner, ergreifender, lustiger und hoffentlich mitreißender sein. 
Wirklich viel möchte ich zu der Geschichte noch nicht sagen und auch den Titel behalte ich noch ein wenig für mich. Ich hoffe allerdings, dass Jaydens Charme auch auf die Leserinnern übergreifen und euch der Abschied von ihm genauso schwer fallen wird, wie mir, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.



Sarah Jordan

Donnerstag, 12. Juni 2014

-3- Das erste eigene Buch


'Ein Autor verliebt sich in seine Worte, er verliebt sich in seine Figuren. Er weint ihre Tränen, er fühlt ihre Ängste und lebt ihre Gedanken. Nichts auf der Welt gibt mir mehr Erfüllung, als ihre Geschichten zu erzählen.'

Viele stellen sich die Frage 'Wie fühlt sich an, sein eigenes Buch in Händen zu halten?

Ich kann diese Frage nur auf meine eigene Weise beantworten und mit meinen eigenen Worten erklären, denn ich glaube, dass es sich bei jedem Menschen anders anfühlt, ein solches Ziel zu erreichen. Ich selbst kann beispielsweise nicht nachvollziehen, wenn so viele Autoren sagen, es würde sich irgendwie unwirklich anfühlen und man könnte es manchmal selbst nicht glauben.

Nun, ich kann es glauben und für mich ist es alles andere als unwirklich. Es ist wahrhaftig, es ist schön, man ist erfüllt von Stolz und Freude und Glück und auch einer guten Spur Eigenlob, die sich auch jeder Künstler erlauben darf. Sein erstes Werk auf die Menschen loszulassen ist ein toller Schritt, der sehr viel Nervosität entfacht, gleichzeitig aber eine derartige Befriedigung hervorruft, sodass man sich auf die Nervosität gar nicht mehr richtig einlassen kann. Es ist einfach die einzigartige Erfahrung, dass ein Traum wahr wird. Wenn man diesen Traum weiterlebt, anstatt ihn als erfüllt anzusehen, kann man ewig von diesem Glücksgefühl zehren. Eigentlich ein tolles Erstreben. :-)



Noch viel mehr Leute fragen sich nach meiner Veröffentlichung 'Wie gehst du mit der negativen Kritik um?'
Wie man mit Kritik umgeht hängst erst einmal von der Art der Kritik ab und natürlich von der eigenen Einstellung zu sich selbst und zu dem, was man geschaffen hat. Ich persönlich kann sagen, dass mich die Kritik der Menschen keineswegs trifft. Es gibt nun einmal Dinge wie Geschmack auf der Welt und wie jeder weiß, sind Geschmäcker ziemlich unterschiedlich. Das ist beim Essen so, bei der Wahl der Kleidung und auch bei der Wahl des Partners. Ebenso natürlich auch bei Geschichten. Was dem einen gefällt, kann des anderen Graus sein. Und das muss man als Autor einfach so hinnehmen.
Es gibt Kritik, die wirklich konstruktiv und produktiv ist, die objektiv verbleibt und nicht gegen den Autor persönlich vorgeht. Diese Art von Kritik - die einzig wahre, übrigens - ist eine, die jeder Autor recht gerne sieht, denn sie hilft uns, noch besser zu werden und unsere Leidenschaft Stück für Stück zu optimieren.
Leider gibt es aber auch sogenannte Kritiker, die sich erlauben, dem Autor die Karriere zu verpfuschen und ihm Steine in den Weg zu werfen, ohne selbst den Finger krumm genug machen zu können, damit er eigens die Tasten trifft, um eine gescheite Geschichte zu verfassen. Leider reißen viele immer wieder ihre Münder auf und haben die Ansicht etwas kritisieren zu dürfen, was sie selbst noch nicht besser gemacht haben. Diese Art von 'Kritik', lasse ich an mir abprallen, weil sie es gar nicht wert ist, ernst genommen zu werden. Als Youtuber und zusätzlich noch als Person die polarisiert, stand es von Anfang an fest, dass das Schlachtfest eröffnet ist, sobald mein Buch zu haben ist. Die Meute, die mich nicht mag oder mir etwas nicht gönnt, stürzt sich auf meine Worte und reißt sie auseinander.
Mit diesen Dingen habe ich gerechnet und mich früh genug damit auseinandergesetzt. Es interessiert mich nicht, weil ich schlichtweg weiß, was ich kann. Und es gibt genügend Dinge, Menschen und Erfahrungen, die mir dies auch bestätigen. Letztendlich schreibt ein Autor seine Werke in erster Linie einmal für sich selbst. Aus diesem Grund zählt es auch nur, dass man selbst damit zufrieden und stolz auf sich ist. Wenn man das, was man erschafft, selbst liebt, dann spielt es keine Rolle, wie andere Menschen das sehen. Man muss im Leben niemandem etwas beweisen, außer sich selbst. Und ich bin zufrieden mit mir, ich weiß, was ich kann, ich lebe meine Träume und niemand wird mir jemals im Weg stehen können, wenn ich es nicht selbst bin, der es tut.

Die letzte Frage, die mir oft gestellt wird ist, 'Ist man motivierter, wenn man das erste Buch mal auf dem Markt hat?'
Ich für meinen Teil kann definitiv sagen: Ja! Ich bin eindeutig motivierter und viel intensiver mit meinen Geschichten beschäftigt. Ich will ständig etwas Neues erschaffen, ständig weiterarbeiten und die richtigen Worte finden und den Leuten mehr von den Geschichten bieten, die mir den ganzen Tag das Leben schöner machen.
Es ist ein ganz besonderes Gefühl ein Autor zu sein und dieses Leben auch leben zu können. Sich den ganzen Tag mit dem zu beschäftigen, was einen erfüllt, eine Arbeit dort auszuführen, wo es einem am besten gefällt und es genau dann zu tun, wann man möchte, ist ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Es ist ein Leben für die Träume, ein Leben für sich selbst.

Ich zitiere immer gerne Wolfgang Hohlbein an dieser Stelle: 'Reichtum misst sich nicht in Zahlen. Wenn ich so leben kann, wie ich möchte, dann bin ich so reich, wie ich nur sein kann.'



Sarah Jordan

Montag, 24. März 2014

-2- Warum Schreiben mir das Leben rettet


Eine Frage, die wohl jedem Schriftsteller im Laufe seines Lebens mal gestellt wird, ist:
Warum schreiben Sie?


Warum man schreibt - jedenfalls ist es bei mir so - lässt sich nicht in einen Satz packen. Das Schreiben hat für mich vielerlei nützliche Funktionen, wenn man mal davon absieht, dass es sich schon immer als eine Leidenschaft herauskristallisiert hat.
Im Kindesalter war schon zu sehen, dass meine Fantasie sehr ausgeprägt ist. Ich spielte viel und gerne alleine, zeichnete gern, erfand Geschichten, lernte Gedichte auswendig, las freiwillig in meinem Lesebuch aus der Grundschule, liebte den Deutschunterricht und spielte oftmals lieber mit imaginären Freunden als mit meinen richtigen.



Meine Fantasie ist grenzenlos...



Oft musste ich in meinem Leben auch schon feststellen, dass ich aus jeder emotionalen Situation etwas Faszinierendes ziehe, über das ich schreiben kann. Das passiert ganz unbewusst, aber ich merke, dass ich mir immer denke: Mensch, was könntest du da eine mitreißende Geschichte draus machen. Dabei ist es völlig egal, ob diese ursprüngliche Situation positiver oder negativer Natur ist. Selbst auf Beerdigungen denke ich mir, dass das alles zwar echt schlimm ist, aber auch diese Erlebnisse geben mir Romanstoff. Das mag für Außenstehende etwas makaber klingen, und vielleicht bin ich auch einfach nur ein bisschen verrückt, aber ich bin mir sicher, dass manche andere Schriftsteller, dieses Gefühl nachvollziehen können. Das Leben kann eine einzige Show sein, wenn man sie mit den Augen eines Schriftstellers sieht.



Ich hab mich in die Worte verliebt...



Auf jeden Fall ist es so, dass ich aus verschiedenen Gründen zum Schreiben gekommen bin und es auch aus noch mehr unterschiedlichen Gründen fortführe.

Da wären erst mal die Dinge, auf die ich keinen direkten Einfluss habe. Zum Beispiel die angeborene kreative Ader, die Leidenschaft für Worte, die ich schon immer in mir trug. Ebenso meine nächtlichen Träume, die oftmals so kurios und skurril sind, dass ich dass seit Jahren ein Traumtagebuch führe, um erstmal eine Erinnerung an all das zu haben und diese Momente festzuhalten und zum anderen natürlich, um daraus nützliche Aspekte für Geschichten zu ziehen. 
Es ist nicht nur einmal passiert, dass mir nachts ein Titel durch den Traum geschossen ist, aus dem im Endeffekt ein neuer Roman geworden ist, oder dass eine Situation sich in mir so festgesetzt hat, dass ich sie einfach aufschreiben und in Worte verpacken musste.
Ich bin selbst sehr begeistert davon, dass ich meine Träume so intensiv erleben kann. Sie sind intensiv, sie scheinen mir fast immer unfassbar real und sie sind so authentisch, dass sie meinen Tag beeinflussen können. Das heißt, wenn mir im Traum etwas Schlechtes widerfahren ist, was mich wütend oder traurig gemacht hat, kann ich damit rechnen, dass ich den ganzen Tag mies drauf bin oder dass meine Ängste wieder stärker hervortreten, weil mich ein unsicheres und unwohles Gefühl im Kopf weiter begleitet. 



Meine Träume sind sehr real...



Und da kommt dann ebenfalls wieder das Schreiben ins Spiel. Die emotional schlechten Tage kann ich genauso nutzen, wie die emotional guten. Ich kann mich in meine Geschichten flüchten, meine Probleme damit gleichzeitig ein Stück weit vergessen und filtern, kann die Wut rausschreiben, kann sie in die Gefühle meiner Charaktere einfließen lassen, den Kopf wieder freibekommen. 
Wenn ich sehe, wie die Worte sich formen, frei und ohne, dass ich darüber viel nachdenke, breitet sich ein freies und gutes Gefühl in mir aus. Freiheit, Stolz und Glück. Das Schreiben ist wie eine Therapie für mich, und das ist es für sehr viele Menschen.
Das wäre dann ein weiterer Punkt, wieso ich mich bewusst für das Schreiben entschieden habe. Es hilft mir, mit dem Alltäglichen besser zurecht zu kommen, mit mir selbst besser zurecht zu kommen, meine Gedanken zu sortieren, mich daran zu erinnern, dass ich etwas gut kann, auf mich stolz sein kann und etwas schaffe, was andere Menschen berührt.
Das Schreiben ist nicht nur etwas, was in mir steckt, sondern auch etwas, was mir durch schwere Zeiten hilft.



Jeder Mensch braucht ein Ventil...



Vor allem hilft mir das Schreiben aber dabei, nicht durchzudrehen. Ich glaube, wenn ich dieses Ventil nicht hätte, wäre ich längst wahnsinnig. Kreative Menschen neigen zu einer enormen Fantasie, welche sich nicht immer positiv auswirken kann. Wo bei einem nicht kreativen Menschen die Fantasie irgendwann einen Cut aus Selbstschutz macht, denken kreative Köpfe viel weiter. So entstehen auch wahrscheinlich die schrägen Ideen aus Horrorbüchern oder Thrillern. In Situationen, wo jemand anderes bloß Auto fährt und sich die Straßen ansieht, denken die Kreativen zum Beispiel, was wäre, wenn dort jemand am Straßenrand stände und sich dort einfach mal die Hand abschneidet.
Wenn man unter Panikzuständen leidet, wie ich, dann kann sich diese große und weiträumig Fantasie falsch auswirken und noch größere psychische Probleme bereiten. Denn dieses kreative Denken lässt sich nicht einfach mal einschränken. Daher bin ich sehr froh, dass ich alle Gedanken, alle Gefühle und alle Ängste einfach auf Papier bringen und ihnen damit den Wert nehmen kann. Ich kann loslassen, in Kisten packen und auf den Dachboden verfrachten.


Das Schreiben ist für mich mein Leben. Wenn ich nicht mehr schreiben dürfte, wenn ich keine Worte mehr in mir finden würde, wäre ich leer. Eine leere Hülle. 
Ich liebe die Worte und ich liebe mich dafür, dass ich sie schreiben kann. Dass ich die richtigen Worte an die richtige Stelle bekomme, dass ich mit meiner Sprache Menschen berühre und auch mich selbst. Und ich liebe die Geschichten, die ich erfinde, weil ich damit so viel erleben kann, was ich sonst im Leben zweifellos verpassen würde. Das Schreiben ist ein Abenteuer, das täglich neu beginnt und immer wieder andere Richtungen einschlägt.


Wenn ich nicht schreiben würde, wäre ich nichts.


Sarah Jordan




Freitag, 14. März 2014

-1- Ein Einblick in das Künstlerleben



Was hast du gemacht, bevor du dich 

entschlossen hast, Künstler zu werden?


Ich war Kind. Ich war Kind und ich wollte Astronautin werden. Das war im Kindergarten und nachdem ich in die Schule kam war eigentlich ziemlich schnell klar, dass mein Herz für die Kreativität und die Fantasie schlug und das Tagträumen für mich gefunden hatte. Der Wunsch meine Hobbies und Leidenschaften zum Beruf zu machen war eigentlich schon in meinen frühesten Lebensjahren vorhanden, nur noch nicht so ausgeprägt. Das Alles wuchs dann sozusagen mit mir heran.


Wann hast du deine kreativen Talente 

zum ersten Mal entdeckt?


Das war dann wohl in der Grundschule. Meinen Eltern war zwar schon vor dieser Zeit bewusst, dass ich eine enorm große und starke Fantasie hatte. So stark, dass ich mich vollkommen mit mir allein beschäftigen konnte, tagelang, es hätte mir nichts ausgemacht. Ich malte, ich spielte, ich dachte mir Geschichten aus, hatte auch einige imaginäre Freunde, meine Stofftierkatzen konnten miauen und egal was ich tat, am liebsten tat ich es alleine. Somit glaube ich, dass schon immer ein Künstler in mir steckte, der in seiner ganz eigenen Welt lebte, in der andere nur Gast sein konnten, weil sie diese nicht verstanden hätten. 
In der Grundschule kamen dann allerdings diese lustigen Vier-Wort-Geschichten dazu, aus der man eben eine kreative Geschichte zusammenstellten sollte. Ich war davon immer hellauf begeistert und soweit ich mich erinnere, gingen diese Geschichten schon ab und an über ein paar Seiten. Meine Eltern waren immer erstaunt und auch stolz darüber, wie solche Dinge in meinem Kopf so schnell entstehen konnten. Leider weiß ich nicht mehr, ob diese je benotet wurden und wenn ja, wie meine Zensur ausgefallen war. Aber das ist egal, meine Fantasie war groß und ich mochte meine Geschichten. Ist das nicht ohnehin das Wichtigste?



Welche Botschaft willst du deinen 

Lesern überbringen?


Ich möchte meinen Lesern ihre eigene Welt näher bringen. Ihre eigene Welt, die sie weitgehend im Alltag ignorieren, nicht absichtlich natürlich, aber wegen der Routine. Wer achtet wirklich noch auf das Vogelgezwitscher, wenn man nach einer Acht-Stunden-Schicht nach Hause kommt, wer schaut sich heute noch Wolkenbilder an, wenn er mit seinen Freunden etwas grillen und trinken kann? Die heutige Generation ist zu sehr mit sich selbst und irgendwelchen Statussymbolen beschäftigt, damit beschäftigt irgendwer zu sein und zu werden, worüber sie aus den Augen verlieren, wie viel wertvolle Schönheit um sie herum zu finden ist.
Aber es ist nicht nur das, was ich hervorheben möchte, sondern auch das Zwischenmenschliche. Ich möchte den Lesern mit meinen Geschichten und Worten die Augen öffnen. In jeglicher Hinsicht. Es gibt in unendlich vielen Themen und Varianten etwas, wovor die Menschen die Augen verschließen wollen oder etwas einfach nicht erkennen. Nicht erkennen, worum es im Leben wirklich geht und was wirklich am Ende des Tages zählt.
Des Weiteren bedeutet es mir natürlich einfach viel die Menschen auch zu berühren. Ich möchte sie zum Lachen aber auch zum Weinen bringen, sie mitfühlend machen, ihnen zeigen, was Geschichten erzählen können, wohin sie dich entführen und was sie bewirken können. 



Geschichten, Titel und andere 

Ideen. Woher nimmst du die 

Inspiration?


Das ist immer eine Frage, die ich einerseits gerne und andererseits gar nicht gerne beantworte. Meine Inspiration nehme ich aus dem Alltag, aus allem, was mich umgibt. Es gibt selten einen Film oder ein Lied, das mich inspiriert oder mir gewisse Blitzgedanken in den Kopf schießt. Mehr passiert das durch die Natur, durch eigene Gedanken, durch meine nächtlichen Träume und durch das Leben an sich.
Die meisten Ideen zu Geschichten entstehen plötzlich, ohne dass ich weiß, was darauf Einfluss nahm. Es passiert nichts Besonderes in dem Augenblick, mein Gehirn ist einfach ständig am Arbeiten und irgendwann habe ich ein Bild im Kopf, eine Szene, einen Augenblick, den ich wirklich fühle und der mir seine eigene Geschichte zu erzählen beginnt, die ich mir dann einfach notiere und daraus eventuell eine Geschichte entwickle. Ich kann dabei nicht nachvollziehen, wie diese Idee entstanden ist, sie ist dann einfach da, ohne Vorwarnung oder Anzeichen.
Da ich ein Mensch bin, der so gut wie jede Nacht sehr lebendig träumt und sich diese Träume auch so gut wie immer merken kann, hat mir auch dies schon öfter eine Idee zugespielt. Mein derzeitiger Roman ist durch einen solchen Traum entstanden, jedenfalls der Titel. Ich träumte irgendetwas, was ich jetzt nicht mehr weiß, aber dieser Titel war in meinem Kopf präsent. Ich wurde wach und machte mir mitten in der Nacht Notizen, weil ich Angst hatte, diesen Titel wieder zu vergessen. Am nächsten Morgen war dann mein erster Weg an den Computer und ich schrieb mir zu diesem Titel eine Handlung. Im Endeffekt ist es einer meiner bisher besten Handlungsstränge geworden, und davon gibt es verdammt viele. Diese Geschichte und diese Fantasie hat mich in dem Augenblick selbst wieder begeistert und ich bin richtig euphorisch, die Geschichte so schnell wie möglich an den Mann zu bringen, um sie der Welt zu zeigen. Aber das wird noch dauern, denn sie ist sehr komplex.



Wie ist deine finanzielle Basis und wie 

kommst du damit zurecht?


Irgendein schlauer Mann hat mal gesagt, über Geld spricht man nicht. An diesen Spruch halte ich mich auch weiterhin. Niemanden geht mein genauer Verdienst etwas an und wenn ich reicht wäre, würde ich damit genauso wenig prahlen, wie ich darüber jammern würde, dass ich arm wäre.
Aber um euch trotzdem eine halbwegs vernünftige Antwort zu liefern, mit der ihr etwas anfangen könnt, möchte ich einfach darauf hinweisen, dass ich leben kann. 
Ich verdiene mit meiner Fotografie, so wie mit meinem Schreiben und zusätzlich gönne ich mir ein Taschengeld durch meine Videos auf Youtube.
Ich bin noch nicht in der Lage mein Leben so zu führen, wie ich es als Künstler und Schriftsteller gerne würde, aber ich arbeite darauf hin, mir meine Träume zu erfüllen. 
Und eines ist schon mal ganz sicher: Lieber kratze ich als Künstler am Existenzminimum herum und ernähre mich von den immer noch verzehrbaren Resten aus den Supermärkten, bevor ich einen Job ausführe, der mich im Herzen nicht glücklich macht.


Bist du mit diesem Leben 

glücklich?


Allerdings. Sehr sogar. Was meine Berufswahl betrifft, hätte ich mich nicht besser entscheiden können. Es ist genau das, was ich immer machen wollte und das, wofür mein Herz schlägt.
Natürlich gibt es im Leben eines Jeden Dinge, die man gerne ändern oder verbessern würde, so gibt es diese bei mir allemal. Aber diese Dinge beziehen sich nicht auf mein berufliches oder kreatives Dasein.


Wie sieht dein Tagesablauf aus?


Das richtet sich, wie alles andere auch, ganz nach der künstlerischen Freiheit. (: 
Ich plane meinen Tagesablauf nicht. Jedenfalls nicht sonderlich. Natürlich habe auch ich eine gewisse Reglung drin, wonach ich mich richte, aber zwischendrin kann sich da immer alles Möglich einfügen oder ausklinken. 
Im Grunde würde ich sagen, dass ich morgens nach dem Aufstehen und beim gemütlichen kleinen Frühstück erst einmal meine Mails und all das Zeug am Computer abarbeite, ebenso die zu bearbeitenden Fotos von Shootings, so wie auch die Mails und Kommentare auf und von Youtube. Sofern keine Arbeitstermine anstehen wird die Zeit danach völlig frei mit meinem Partner genutzt. Da kann es dann bei schlechtem Wetter auch mal sein, dass ich mich am Mittag schon mal an ein Manuskript setze. Es könnte aber auch sein, dass ich einfach lese oder mit ihm einen Film schaue und die Seele baumeln lasse. Im Sommer das gleiche Spiel, entweder ich nehme die Arbeit mit raus, oder ich mache zumindest ein paar Fotos, die ich dann immerhin für irgendwelche Arbeiten und Projekte nutzen kann. Kreativ bin ich also den lieben langen Tag.
Nach dem Abendessen, dass ich recht früh zu mir nehme, setze ich mich dann meist für ein paar Stunden an das Manuskript und schreibe. Wenn ich dann denke, dass es reicht oder ich mir über die kommenden Szenen einfach noch mehr Gedanken machen muss, schalte ich ab und lese oder tu irgendetwas, was mich von meiner Arbeit ein wenig ablenkt und was den Kopf frei pustet für neue Inspiration. 


Wie viel Zeit widmest du deiner 

Kunst? Gibt es ein Tagespensum?


Ein wirkliches Tagespensum habe ich mir noch nie gesetzt. Ich finde, dass man am besten arbeitet, wenn man nicht unter Druck steht. Jedenfalls ist das bei mir so. Andererseits muss ich aber auch zugeben, dass ich unter Zeitdruck mehr tue. Im Grunde ist mir also beides recht, das Problem ist nur, dass ich meine eigenen gesteckten Ziele nie ernsthaft verfolge, weil es ja keiner kontrolliert. Deswegen lasse ich das jedes Mal schleifen und tue ohnehin, was mir gefällt. Deswegen finde ich es gar nicht verkehrt, wenn der Verlag einem einen Termin gibt, an den man sich zu halten hat.
Ich widme meiner Kunst im Gesamten eigentlich einen sehr großen Teil des Tages. Bei einem Schriftsteller ist es ja so, dass er im Grunde fast nie wirklich mit dem 'Arbeiten' aufhört. Nur weil der Computer abgeschaltet ist, ist es der Kopf noch lange nicht und man geht die Szenen vielleicht in Gedanken durch und baut sie aus und es kommt immer mehr dazu. Von daher würde ich schon sagen, dass die Kunst von mir sehr viel Aufmerksamkeit bekommt, sei es nun das Schreiben oder die Fotografie.


Würdest du deinen Beruf gegen einen 

anderen eintauschen?


Niemals. 
Kein Beruf könnte mein Leben so erfüllen, wie der des Schriftstellers.



Sarah Jordan